Dem Frieden eine Chance

Bundesweiter Protest gegen den Afghanistankrieg

Am 20. Februar 2010 war zu einem bundesweiten Protest gegen den Afghanistankrieg aufgerufen worden.
Allen voran in Berlin wurde gegen eine intensivere Beteiligung der Bundeswehr am Afghanistankrieg mobilgemacht. Hintergrund dessen war die angedachte Entsendung weiterer Truppenverbände in dieses Land. Um dies näher verstehen zu können, bedarf es vorab einer Betrachtung des Afghanistankrieges.

Wenn vom Afghanistankrieg die Rede ist, muss prinzipiell bis ins Jahr 1978 zurückgegangen werden, als die Sowjetunion gegen die damalige afghanische Regierung putschte. In weiterer Folge kam es zu einem Krieg zwischen der Sowjetunion und Afghanistan. Nach dem Niedergang der UDSSR endete dieser zwar, ebnete aber den Weg für einen bis 2001 andauernden Bürgerkrieg. Mit 2001 intervenierten die Vereinigten Staaten in Afghanistan, um einerseits das Regime der Taliban zu bekämpfen und andererseits gegen das in Afghanistan präsente Terrornetzwerk von al-Qaida vorzugehen, welches für die Anschläge vom 11.9.2001 verantwortlich gemacht wurde. Noch im selben Jahr gelang es zwar die Herrschaft der Taliban in Afghanistan zu beenden, allerdings fehlten dem Staat nach Ansicht der internationalen Staatengemeinschaft entsprechende demokratische Strukturen, um vollständig unabhängig bleiben zu können. Dies rief die Vereinten Nationen auf den Plan, die letztendlich einer Sicherheits- und Aufbaumission unter Führung der NATO und der damit verbundenen Teilnahme der Bundesrepublik zustimmten.

Ursache der Proteste vom 20 Februar 2010

Unmittelbare Ursache der Proteste vom 20. Februar 2010 war eine am 28.1.2010 in London über die Bühne gegangene Afghanistan-Konferenz mit internationaler Beteiligung. Bereits seit 2001 wurde diese in unregelmäßigen Abständen einberufen. In jener von 2010 ging es in erster Linie darum, den Status quo zu betrachten. Im Zuge dessen wurde der Abzug, der in Afghanistan stationierten internationalen Truppen andiskutiert. Abhängig gemacht wurde dies jedoch von der Erreichung bestimmter Ziele. Zu diesen Zielen zählte die Sicherung des Friedens innerhalb des Staates sowie seine Entwicklung zu einem demokratischen Staat hin. Um letzten Endes diese Ziele zu erreichen, wurde ein verstärktes Engagement nicht vollkommen ausgeschlossen, da auch die Angst vor einer Rückkehr der Taliban noch immer gegeben war.

Zurückkommend auf die bundesweiten Proteste sah man sich so innerhalb der deutschen Bevölkerung zu einem Protest veranlasst, aufgrund einer stetig wachsenden Ablehnung gegenüber dem Afghanistankrieg und einer nicht voraussehbaren Handlungsweise der Bundesregierung.